Knochenaufbau und Augmentation

Fehlenden Kieferknochen gezielt rekonstruieren und Implantationen sicher sowie vorausschauend planen.

Für ein Zahnimplantat muss ausreichend stabiler Kieferknochen vorhanden sein. Ist der Knochen zu schmal, zu niedrig oder ungünstig geformt, kann ein gezielter Knochenaufbau – auch Augmentation genannt – notwendig sein. In unserer Praxis für Oralchirurgie in Uster planen wir das geeignete Verfahren individuell anhand des Defektes und der späteren Implantatversorgung.

Zahnimplantate benötigen eine stabile knöcherne Grundlage und müssen so positioniert werden können, dass die spätere Krone, Brücke oder Prothese funktionell, ästhetisch und gut zu reinigen ist.

Nach einem Zahnverlust kann sich der Kieferknochen zurückbilden. Reicht das vorhandene Knochenangebot für die geplante Implantatposition nicht aus, kann der fehlende Bereich mit einem Knochenaufbau rekonstruiert werden.

Der Umfang reicht von einer kleinen Augmentation direkt an einem Implantat bis zu einem mehrstufigen Aufbau grösserer horizontaler oder vertikaler Knochendefekte.

Was ist ein Knochenaufbau?

Ein Knochenaufbau ist ein oralchirurgisches Verfahren, mit dem fehlender oder zu schmaler Kieferknochen ergänzt wird. Medizinisch wird auch von einer Augmentation oder Kieferkammaugmentation gesprochen.

Ziel ist nicht, möglichst viel Knochen aufzubauen. Entscheidend ist, an der richtigen Stelle ausreichend stabiles Gewebe für die geplante Implantatversorgung zu schaffen.

Der Aufbau muss deshalb von der späteren Position des Zahnersatzes ausgehend geplant werden. Erst wenn feststeht, wo die Krone oder Brücke stehen soll, kann beurteilt werden, wo und in welchem Umfang Knochen benötigt wird.

Warum bildet sich der Kieferknochen zurück?

Der zahntragende Kieferknochen wird durch die vorhandenen Zähne und ihre Belastung beeinflusst. Nach dem Verlust eines Zahnes verändert sich der ehemalige Zahnfachbereich und der Knochen kann schmaler oder niedriger werden.

Mögliche Ursachen für einen Knochendefekt sind:

  • länger zurückliegender Zahnverlust,
  • Entzündungen an der Zahnwurzel,
  • Parodontitis mit Verlust des Zahnhalteapparates,
  • Zahnunfälle und Frakturen,
  • Zysten oder andere Veränderungen im Kieferknochen,
  • schwierige oder frühere Zahnentfernungen,
  • von Natur aus sehr schmale Kieferverhältnisse,
  • zurückgegangener Knochen unter langjährig getragenem Zahnersatz.

Wie stark sich der Knochen verändert, ist individuell unterschiedlich und hängt unter anderem von der Ausgangsanatomie, dem Grund des Zahnverlustes und der vergangenen Zeit ab.

Wann ist ein Knochenaufbau für ein Implantat notwendig?

Eine Augmentation kann notwendig sein, wenn das Implantat ohne Aufbau nicht in einer medizinisch und prothetisch sinnvollen Position eingesetzt werden könnte.

Typische Situationen sind:

  • ein zu schmaler Kieferkamm,
  • eine unzureichende Knochenhöhe,
  • fehlender Knochen an der Aussenseite eines geplanten Implantates,
  • ein Knochendefekt nach Zahnverlust oder Entzündung,
  • eine ungünstige Form des ehemaligen Zahnfaches,
  • unzureichender Knochen unterhalb der Kieferhöhle,
  • ein ästhetisch anspruchsvoller Defekt im Frontzahnbereich.

Ob tatsächlich aufgebaut werden muss, lässt sich nicht allein anhand einer Röntgenaufnahme oder der sichtbaren Zahnlücke entscheiden. Die geplante Implantatposition, der Zahnersatz, das Zahnfleisch und die individuelle Belastung müssen gemeinsam beurteilt werden.

Ist vor jedem Zahnimplantat ein Knochenaufbau notwendig?

Nein. Viele Implantate können ohne zusätzlichen Knochenaufbau eingesetzt werden. In anderen Fällen ist lediglich eine kleinere Augmentation direkt während der Implantation erforderlich.

Ein Knochenaufbau sollte nicht vorsorglich oder routinemässig durchgeführt werden, sondern nur dann, wenn er für eine stabile, funktionelle und langfristig gut pflegbare Versorgung notwendig ist.

Abhängig von der individuellen Situation können auch alternative Implantatpositionen, andere Implantatdimensionen oder eine andere Form des Zahnersatzes geprüft werden. Diese Alternativen dürfen jedoch nicht zulasten einer ungünstigen Implantatposition oder unzureichenden Stabilität gewählt werden.

Wie wird das vorhandene Knochenangebot untersucht?

Zu Beginn untersuchen wir die Zahnlücke, die benachbarten Zähne, das Zahnfleisch und den Kieferkamm. Zusätzlich besprechen wir Vorerkrankungen, Medikamente, Nikotinkonsum und frühere Operationen.

Für kleinere und anatomisch übersichtliche Situationen können klinische Untersuchung und konventionelle Röntgenbilder ausreichend sein.

Bei komplexeren Defekten kann eine digitale Volumentomografie – kurz DVT – sinnvoll sein. Sie ermöglicht eine dreidimensionale Beurteilung von:

  • Breite und Höhe des Kieferknochens,
  • Form und Ausdehnung des Defektes,
  • Lage des Unterkiefernervs,
  • Ausdehnung der Kieferhöhle,
  • benachbarten Zahnwurzeln,
  • möglicher Implantatposition und Implantatdimension.

Die dreidimensionale Aufnahme wird dann eingesetzt, wenn die zusätzlichen Informationen für die Planung und sichere Durchführung relevant sind.

Welche Arten des Knochenaufbaus gibt es?

Die geeignete Methode richtet sich nach Form, Lage und Grösse des Knochendefektes. Grundsätzlich wird unter anderem zwischen horizontalem und vertikalem Knochenaufbau unterschieden.

Horizontaler Knochenaufbau
Dabei wird ein zu schmaler Kieferkamm verbreitert. Dieses Verfahren ist beispielsweise notwendig, wenn an der Aussenseite eines geplanten Implantates nicht genügend Knochen vorhanden ist.

Vertikaler Knochenaufbau
Hier wird die Höhe eines zurückgebildeten Kieferkamms rekonstruiert. Vertikale Defekte sind in der Regel anspruchsvoller und benötigen häufig ein mehrstufiges Vorgehen.

Lokaler Knochenaufbau
Kleinere Defekte können häufig direkt während der Implantation mit Knochen oder Knochenersatzmaterial ergänzt und mit einer Membran geschützt werden.

Aufbau grösserer Defekte
Bei umfangreicherem Knochenverlust kann zunächst ein separater Aufbau notwendig sein. Das Implantat wird erst eingesetzt, nachdem das augmentierte Gebiet ausreichend eingeheilt ist.

Was ist eine gesteuerte Knochenregeneration?

Die gesteuerte Knochenregeneration wird auch als Guided Bone Regeneration oder GBR bezeichnet. Sie gehört zu den häufig eingesetzten Verfahren des Kieferknochenaufbaus.

Dabei wird der Knochendefekt mit geeignetem Material aufgefüllt und mit einer schützenden Membran abgedeckt. Die Membran grenzt den vorgesehenen Regenerationsraum gegenüber dem schneller einwachsenden Weichgewebe ab.

Für eine erfolgreiche Einheilung sind insbesondere wichtig:

  • eine ausreichende Blutversorgung,
  • ein stabiler und geschützter Regenerationsraum,
  • die sichere Fixierung des Materials,
  • ein spannungsfreier und dichter Wundverschluss,
  • eine möglichst ungestörte Heilungsphase.

Je nach Defekt kann die GBR gleichzeitig mit der Implantation oder als vorbereitender separater Eingriff durchgeführt werden.

Welche Materialien werden beim Knochenaufbau verwendet?

Für einen Knochenaufbau stehen unterschiedliche Materialien zur Verfügung. Häufig werden sie miteinander kombiniert, da sie verschiedene Aufgaben erfüllen.

Eigener Knochen
Körpereigener Knochen wird aus einem geeigneten Bereich im Mund entnommen. Er enthält körpereigene Knochenbestandteile und kann besonders bei grösseren oder anspruchsvollen Defekten sinnvoll sein. Die Entnahme verursacht jedoch eine zusätzliche Operationsstelle.

Knochenersatzmaterial tierischen Ursprungs
Aufbereitete mineralische Materialien tierischen Ursprungs dienen als stabile Leitstruktur für die Knochenneubildung und werden häufig bei implantologischen Augmentationen eingesetzt.

Material menschlichen Ursprungs
Speziell aufbereitete und zugelassene Gewebematerialien menschlichen Ursprungs können bei ausgewählten Knochenaufbauten eingesetzt werden.

Synthetische Knochenersatzmaterialien
Künstlich hergestellte Materialien wie bestimmte Kalziumphosphate können ebenfalls als Gerüst für die Knochenregeneration dienen.

Welches Material verwendet wird, hängt vom Defekt, der Operationsmethode, dem notwendigen Volumen und den persönlichen Voraussetzungen ab. Wir erklären Ihnen vor dem Eingriff, welche Materialien vorgesehen sind und welche Alternativen bestehen.

Wird das Knochenersatzmaterial vollständig zu eigenem Knochen?

Der Körper bildet innerhalb und um das eingebrachte Material neuen Knochen. Wie schnell und in welchem Umfang das Material umgebaut wird, unterscheidet sich je nach Werkstoff.

Einige Materialien werden weitgehend abgebaut und ersetzt. Andere bleiben teilweise langfristig als stabilisierende mineralische Struktur im aufgebauten Gebiet erhalten.

Das Ziel besteht nicht darin, dass jedes einzelne Partikel vollständig verschwindet. Entscheidend ist, dass eine stabile und biologisch integrierte Grundlage für das Implantat entsteht.

Welche Aufgabe hat die Membran?

Eine Membran schützt das augmentierte Gebiet und unterstützt die ungestörte Knochenregeneration. Sie hilft dabei, den benötigten Raum zu erhalten und das schnelle Einwachsen von Zahnfleischgewebe zu begrenzen.

Es gibt unterschiedliche Membrantypen:

  • Resorbierbare Membranen: Sie werden vom Körper im Verlauf abgebaut und müssen normalerweise nicht entfernt werden.
  • Nicht resorbierbare oder verstärkte Membranen: Sie können bei grösseren Defekten eine besonders stabile Raumhaltung ermöglichen, müssen jedoch abhängig vom System später entfernt werden.
  • Titanverstärkte Membranen oder Titangitter: Sie können bei anspruchsvollen horizontalen oder vertikalen Defekten zur Stabilisierung der geplanten Knochenform eingesetzt werden.

Die Wahl richtet sich nach dem Defekt und der erforderlichen Stabilität.

Was sind Knochenblock- und Schalentechniken?

Bei grösseren Defekten kann ein stabiles Knochenstück oder eine dünne Knochenschale verwendet werden, um die geplante Form des Kieferkamms zu rekonstruieren.

Das Knochenstück wird an der gewünschten Stelle befestigt. Der dazwischenliegende Bereich kann abhängig von der Technik mit zerkleinertem eigenem Knochen und Knochenersatzmaterial aufgefüllt werden.

Diese Verfahren ermöglichen den Aufbau ausgeprägterer Defekte, sind jedoch aufwendiger als eine kleine simultane Augmentation. Sie erfordern eine präzise Planung, sichere Fixierung und ausreichend lange Einheilung.

Können Knochenaufbau und Implantation gleichzeitig erfolgen?

Bei kleineren bis mittelgrossen Defekten kann das Implantat häufig gleichzeitig mit dem Knochenaufbau eingesetzt werden. Voraussetzung ist, dass das Implantat im vorhandenen Knochen ausreichend stabil verankert werden kann und eine geeignete Position möglich ist.

Ein gleichzeitiges Vorgehen kann die Zahl der operativen Eingriffe und die gesamte Behandlungsdauer reduzieren.

Bei grösseren Defekten oder unzureichender Stabilität wird der Kieferknochen zunächst separat aufgebaut. Das Implantat folgt nach abgeschlossener Einheilung. Dieses zweizeitige Vorgehen verlängert zwar die Behandlung, kann aber eine kontrolliertere Rekonstruktion ermöglichen.

Was ist eine Socket Preservation?

Eine Socket Preservation beziehungsweise Alveolarkammprophylaxe wird unmittelbar nach einer Zahnentfernung durchgeführt. Dabei wird das leere Zahnfach mit geeignetem Material versorgt und bei Bedarf mit einer Membran oder einem Weichgewebsersatz abgedeckt.

Ziel ist es, die Veränderungen des Kieferkamms nach der Zahnentfernung zu begrenzen und die Voraussetzungen für eine spätere Implantation zu verbessern.

Der natürliche Umbau nach einer Zahnentfernung kann dadurch reduziert, aber nicht vollständig verhindert werden. Ob eine Socket Preservation sinnvoll ist, hängt unter anderem von der Form des Defektes und der geplanten späteren Versorgung ab.

Was ist ein Sinuslift?

Im seitlichen Oberkiefer befindet sich oberhalb der Backenzähne die Kieferhöhle. Nach einem Zahnverlust in diesem Bereich kann sich der Knochen von unten zurückbilden, während sich die Kieferhöhle gleichzeitig nach unten ausdehnt. Zwischen Mundhöhle und Kieferhöhle bleibt dann unter Umständen nur noch eine geringe Knochenhöhe übrig.

Bei einem Sinuslift wird die Schleimhaut, die den Boden der Kieferhöhle auskleidet, vorsichtig vom Knochen gelöst und angehoben. Der dadurch entstehende Raum wird mit Knochen oder Knochenersatzmaterial aufgefüllt. Dort bildet sich im Verlauf neuer Knochen, in dem ein Implantat sicher verankert werden kann.

Die Kieferhöhle selbst wird dabei nicht eröffnet oder verkleinert. Angehoben wird lediglich ihre Auskleidung an der Unterseite.

Interner und externer Sinuslift

Je nach vorhandener Restknochenhöhe kommen zwei unterschiedliche Zugangswege infrage.

Interner Sinuslift
Beim internen Sinuslift – auch krestaler Sinuslift genannt – erfolgt der Zugang über die Stelle, an der später das Implantat sitzt. Die Kieferhöhlenschleimhaut wird von dort aus mit speziellen Instrumenten vorsichtig um einige Millimeter angehoben. Dieses Verfahren ist schonender und kommt infrage, wenn bereits eine gewisse Restknochenhöhe vorhanden ist und nur ein begrenzter Gewinn benötigt wird. Das Implantat kann dabei meist gleichzeitig eingesetzt werden.

Externer Sinuslift
Beim externen Sinuslift – auch lateraler Sinuslift genannt – wird ein kleines Fenster in die seitliche Knochenwand des Oberkiefers präpariert. Über diesen Zugang lässt sich die Kieferhöhlenschleimhaut auf einer grösseren Fläche und unter direkter Sicht anheben. Dieses Verfahren ermöglicht einen deutlicheren Höhengewinn und wird gewählt, wenn nur noch wenig Restknochen vorhanden ist oder mehrere Implantate geplant sind.

Welcher Zugang geeignet ist, hängt von der Restknochenhöhe, der Form der Kieferhöhle, der Anzahl der geplanten Implantate und dem notwendigen Volumen ab. Diese Beurteilung erfolgt anhand der klinischen Untersuchung und der Bildgebung, bei komplexeren Situationen mit einer DVT-Aufnahme.

Wann kann das Implantat gesetzt werden?

Ist im vorhandenen Restknochen bereits eine ausreichende Primärstabilität erreichbar, können Sinuslift und Implantation in einem Eingriff erfolgen. Das verkürzt die Gesamtbehandlung und erspart eine zweite Operation.

Ist die Restknochenhöhe dafür zu gering, wird zunächst nur augmentiert. Das Implantat folgt, nachdem der aufgebaute Bereich ausreichend eingeheilt ist. Dieses zweizeitige Vorgehen dauert länger, ist aber bei sehr flachem Restknochen das sicherere Verfahren.

Welche Risiken bestehen beim Sinuslift?

Neben den allgemeinen Risiken eines Knochenaufbaus gibt es beim Sinuslift einige spezifische Aspekte:

  • Ein kleiner Einriss der Kieferhöhlenschleimhaut ist die häufigste Komplikation. Er lässt sich in vielen Fällen während des Eingriffs versorgen, kann aber je nach Ausmass dazu führen, dass der Aufbau verschoben werden muss.
  • Eine Entzündung der Kieferhöhle kann auftreten, insbesondere bei vorbestehenden Problemen im Nasen-Nebenhöhlen-Bereich.
  • Nasenbluten oder ein Druckgefühl in der Wange sind in den ersten Tagen möglich.
  • Das eingebrachte Material kann sich in ungünstigen Fällen verlagern.

Bestehende Erkrankungen der Kieferhöhle, eine behinderte Nasenatmung, Polypen oder wiederkehrende Sinusitiden müssen vor dem Eingriff abgeklärt werden. In solchen Fällen kann eine vorgängige Beurteilung durch eine HNO-Praxis sinnvoll sein.

Verhaltensregeln nach einem Sinuslift

Nach einem Sinuslift gelten zusätzlich zu den allgemeinen Hinweisen einige besondere Regeln. Sie dienen dazu, Druckunterschiede zwischen Mund- und Kieferhöhle zu vermeiden, solange der Aufbau noch nicht stabil ist:

  • Schnäuzen Sie sich in den ersten Wochen nicht. Wischen Sie die Nase stattdessen vorsichtig ab.
  • Niesen Sie möglichst mit geöffnetem Mund, damit kein Druck aufgebaut wird.
  • Verzichten Sie auf das Trinken mit dem Strohhalm.
  • Vermeiden Sie das Spielen von Blasinstrumenten.
  • Verzichten Sie auf Tauchen und Flugreisen, bis wir Sie freigeben.
  • Heben Sie keine schweren Lasten und vermeiden Sie starkes Pressen.
  • Verzichten Sie konsequent auf Rauchen.

Wie lange diese Einschränkungen gelten, hängt vom Umfang des Eingriffs ab. Sie erhalten dazu eine individuelle Anweisung.

Wie läuft ein Knochenaufbau ab?

Der Eingriff erfolgt normalerweise ambulant und unter lokaler Betäubung. Vor Beginn wird geprüft, ob das Operationsgebiet ausreichend betäubt ist.

Das Zahnfleisch wird vorsichtig geöffnet und der Knochendefekt dargestellt. Anschliessend wird das geplante Knochen- oder Ersatzmaterial eingebracht, stabilisiert und gegebenenfalls mit einer Membran geschützt.

Bei einem gleichzeitigen Vorgehen wird zusätzlich das Implantat in der vorgesehenen Position eingesetzt. Am Ende wird das Zahnfleisch möglichst spannungsfrei über dem Aufbau verschlossen und vernäht.

Sie erhalten klare Hinweise zur Wundpflege, Kühlung, Ernährung, Mundhygiene und Einnahme der vorgesehenen Medikamente.

Ist ein Knochenaufbau schmerzhaft?

Während der Operation verhindert die lokale Betäubung normalerweise einen klaren Schmerz. Druck, Zug oder Vibrationen können dennoch wahrgenommen werden.

Nach dem Eingriff sind vorübergehende Wundschmerzen, Schwellungen und Blutergüsse möglich. Das Ausmass hängt wesentlich vom Umfang und von der Lage des Knochenaufbaus ab.

Eine kleine Augmentation an einem einzelnen Implantat verursacht häufig weniger Beschwerden als ein umfangreicher Aufbau mit einer zusätzlichen Knochenentnahmestelle.

Wie lange muss ein Knochenaufbau einheilen?

Der Aufbau benötigt ausreichend Zeit, um biologisch in das umgebende Gewebe integriert und durch neu gebildeten Knochen stabilisiert zu werden.

Die notwendige Heilungszeit hängt unter anderem ab von:

  • Grösse und Art des Defektes,
  • verwendeter Operationstechnik,
  • Art und Menge des Materials,
  • gleichzeitiger oder späterer Implantation,
  • Knochenqualität und Blutversorgung,
  • allgemeinem Gesundheitszustand,
  • Nikotinkonsum und individueller Wundheilung.

Bei kleineren simultanen Aufbauten entspricht die Einheilzeit häufig weitgehend derjenigen des Implantates. Grössere separate Augmentationen und Sinuslift-Verfahren benötigen eine längere mehrstufige Behandlung.

Welche Risiken bestehen bei einem Knochenaufbau?

Wie jeder operative Eingriff ist auch eine Augmentation mit möglichen Risiken verbunden. Dazu gehören:

  • Nachblutung, Schwellung und Bluterguss,
  • Wundschmerzen und vorübergehend eingeschränkte Mundöffnung,
  • Wundinfektion oder verzögerte Heilung,
  • Öffnung der Wunde über dem aufgebauten Gebiet,
  • Freilegung einer Membran oder eines Titangitters,
  • teilweiser oder vollständiger Verlust des aufgebauten Volumens,
  • Beschwerden an einer zusätzlichen Knochenentnahmestelle,
  • Verletzung benachbarter Zähne oder anatomischer Strukturen,
  • Gefühlsstörungen bei Eingriffen in Nervnähe,
  • bei Eingriffen im Oberkiefer Verletzung der Kieferhöhlenschleimhaut oder Entzündung der Kieferhöhle,
  • Notwendigkeit einer Nachbehandlung oder erneuten Augmentation.

Das persönliche Risiko hängt stark von der Lage und Grösse des Defektes sowie von der verwendeten Operationstechnik ab. Wir besprechen vor dem Eingriff, welche Risiken für Ihre konkrete Situation relevant sind.

Welchen Einfluss hat Rauchen auf die Heilung?

Nikotinkonsum kann die Durchblutung und Wundheilung beeinträchtigen und das Risiko für Infektionen, Wundöffnungen und einen unvollständigen Aufbau erhöhen.

Gerade bei umfangreicheren Augmentationen ist eine möglichst ungestörte Heilungsphase entscheidend. Eine Reduktion oder ein vollständiger Verzicht verbessert die Voraussetzungen für den Behandlungserfolg.

Informieren Sie uns offen über Zigaretten, Vapes, Nikotinbeutel und andere nikotinhaltige Produkte. Dadurch kann das individuelle Risiko realistischer eingeschätzt werden.

Was muss nach dem Knochenaufbau beachtet werden?

Halten Sie sich an die individuellen Hinweise, die Sie nach dem Eingriff erhalten. In der Regel gilt:

  • Die betroffene Region von aussen in Intervallen kühlen.
  • Am Operationstag nicht kräftig spülen oder an der Wunde saugen.
  • Die Wunde nicht mit Fingern oder Zunge kontrollieren.
  • Weiche, nicht zu heisse Nahrung wählen.
  • Die übrigen Zähne weiterhin sorgfältig reinigen.
  • Die Operationsstelle zunächst entsprechend der Anweisung schonen.
  • Auf Rauchen und Alkohol verzichten.
  • Sport und starke körperliche Belastung vorübergehend vermeiden.
  • Medikamente genau nach Anweisung einnehmen.
  • Vereinbarte Nachkontrollen wahrnehmen.

Nach einem Sinuslift gelten zusätzliche Verhaltensregeln, die im entsprechenden Abschnitt beschrieben sind.

Wann sollte ich mich nach dem Eingriff melden?

Kontaktieren Sie uns insbesondere bei:

  • einer Blutung, die trotz längerem Druck nicht nachlässt,
  • starken oder zunehmend stärker werdenden Schmerzen,
  • einer nach anfänglicher Besserung erneut zunehmenden Schwellung,
  • Fieber oder deutlichem Krankheitsgefühl,
  • Eiteraustritt oder unangenehmem Geschmack,
  • einer sichtbaren Öffnung der Wunde,
  • freiliegendem Material oder einer sichtbaren Membran,
  • nach einem Sinuslift zusätzlich bei anhaltendem Nasenbluten, Druck oder Sekretabfluss aus der Nase,
  • einer neu aufgetretenen oder anhaltenden Gefühlsstörung.

Eine frühzeitige Kontrolle kann helfen, Komplikationen zu begrenzen und den Aufbau zu schützen.

Benötige ich eine Überweisung?

Sie können sich direkt an unsere Praxis für Oralchirurgie in Uster wenden oder durch Ihre Zahnärztin beziehungsweise Ihren Zahnarzt überwiesen werden.

Bei einer Zuweisung stimmen wir die chirurgische Planung mit der behandelnden Praxis ab. Dabei wird festgelegt, ob wir nur den Knochenaufbau und die Implantation oder auch weitere Schritte der implantologischen Versorgung übernehmen.

Nach Abschluss der chirurgischen Behandlung informieren wir die zuweisende Praxis über den Befund, den Eingriff und den weiteren Ablauf.

Was kostet ein Knochenaufbau?

Die Kosten hängen wesentlich von Grösse und Lage des Knochendefektes sowie von der notwendigen Operationstechnik ab.

Einfluss auf die Kosten haben insbesondere:

  • Umfang des aufzubauenden Gebietes,
  • gleichzeitige oder separate Implantation,
  • interner oder externer Sinuslift,
  • notwendige Röntgen- oder DVT-Diagnostik,
  • Art und Menge der verwendeten Materialien,
  • Verwendung von Membranen, Schrauben oder Titangittern,
  • Entnahme von körpereigenem Knochen,
  • Anzahl der notwendigen Eingriffe und Nachkontrollen.

Nach der Untersuchung erhalten Sie ein individuelles Behandlungskonzept und eine transparente Kostenschätzung. Dabei erläutern wir auch mögliche Alternativen und den voraussichtlichen zeitlichen Ablauf.

Knochenaufbau und Sinuslift beim Fachzahnarzt für Oralchirurgie in Uster

Ein erfolgreicher Knochenaufbau richtet sich nicht allein nach der Grösse des Defektes, sondern nach der späteren funktionellen und ästhetischen Implantatversorgung.

In unserer Praxis für Oralchirurgie in Uster plant und behandelt Dr. med. dent. Sebastian Weissfuss als Fachzahnarzt für Oralchirurgie kleinere und umfangreichere Knochendefekte sowie interne und externe Sinuslift-Verfahren. Wir verbinden moderne Röntgen- und DVT-Diagnostik mit vorausschauender Implantatplanung, unterschiedlichen Augmentationsverfahren und persönlicher Nachsorge.

Wir behandeln Patientinnen und Patienten aus Uster, dem Zürcher Oberland und der weiteren Region – direkt oder in enger Zusammenarbeit mit der zuweisenden Zahnarztpraxis.

oder anrufen: 044 940 70 60