Schmerzen beim Kauen, verspannte Kaumuskeln, eine eingeschränkte Mundöffnung oder ein blockierendes Kiefergelenk können unterschiedliche Ursachen haben. In unserer Praxis für Oralchirurgie in Uster untersuchen wir Kiefergelenke, Kaumuskulatur und Unterkieferbewegung gezielt und entwickeln daraus ein individuelles, möglichst schonendes Behandlungskonzept.
Kiefergelenkdiagnostik und -behandlung
Beschwerden an Kiefergelenk und Kaumuskulatur differenziert abklären und möglichst schonend behandeln.
Beschwerden im Bereich der Kiefergelenke und der Kaumuskulatur werden häufig unter dem Begriff craniomandibuläre Dysfunktion – kurz CMD – zusammengefasst. In der Schweiz wird auch die Bezeichnung Myoarthropathie des Kausystems verwendet.
Dabei handelt es sich nicht um eine einzelne Erkrankung, sondern um unterschiedliche Funktionsstörungen und Schmerzursachen. Betroffen sein können die Kaumuskulatur, das Kiefergelenk, die Gelenkscheibe, die Beweglichkeit des Unterkiefers oder mehrere Strukturen gleichzeitig.
Eine sorgfältige Diagnostik ist deshalb wichtiger als eine vorschnelle Behandlung aufgrund einzelner Symptome oder Röntgenbefunde.
Welche Beschwerden können vom Kiefergelenk oder von der Kaumuskulatur kommen?
Beschwerden des Kausystems können sich sehr unterschiedlich äussern. Typische Symptome sind:
- Schmerzen vor dem Ohr oder direkt am Kiefergelenk,
- Schmerzen oder Verspannungen der Kaumuskulatur,
- Beschwerden beim Kauen, Sprechen oder Gähnen,
- eine eingeschränkte Mundöffnung,
- ein blockierender oder zeitweise klemmender Unterkiefer,
- schmerzhaftes Knacken, Reiben oder Knirschen im Kiefergelenk,
- morgendliche Müdigkeit oder Druckgefühl in der Kaumuskulatur,
- Kopf- oder Gesichtsschmerzen,
- Schmerzen, die in Schläfe, Ohr, Wange oder Hals ausstrahlen,
- eine plötzliche Veränderung des Zusammenbisses.
Nicht jedes dieser Symptome stammt zwangsläufig aus dem Kiefergelenk. Zahnerkrankungen, Entzündungen, Nervenschmerzen, Kopfschmerzerkrankungen und andere medizinische Ursachen können ähnliche Beschwerden verursachen.
Muss ein knackendes Kiefergelenk behandelt werden?
Nein. Geräusche im Kiefergelenk sind häufig und müssen ohne Schmerzen oder Funktionsbeeinträchtigung normalerweise nicht behandelt werden.
Ein einzelnes oder seit Jahren unverändertes Knacken kann durch eine Bewegung der Gelenkscheibe entstehen, ohne dass daraus zwingend eine fortschreitende Schädigung entsteht.
Eine Untersuchung ist insbesondere sinnvoll, wenn das Geräusch neu auftritt oder verbunden ist mit:
- Schmerzen,
- einer eingeschränkten Mundöffnung,
- wiederkehrenden Blockierungen,
- einer Veränderung der Unterkieferbewegung,
- einem Unfall oder Schlag gegen den Unterkiefer,
- einer deutlichen Verschlechterung.
Behandelt werden nicht allein Geräusche, sondern vor allem Schmerzen, Einschränkungen und eine klinisch relevante Funktionsstörung.
Was ist eine craniomandibuläre Dysfunktion?
Die craniomandibuläre Dysfunktion umfasst unterschiedliche Beschwerden der Kiefergelenke, der Kaumuskulatur und der damit verbundenen Bewegungsabläufe.
Zu den häufigen Diagnosen gehören:
- Schmerzen der Kaumuskulatur,
- Schmerzen im Kiefergelenk,
- Verlagerungen der Gelenkscheibe,
- eingeschränkte oder blockierte Unterkieferbewegungen,
- Überbeweglichkeit oder wiederkehrendes Ausrenken des Kiefergelenks,
- entzündliche oder degenerative Veränderungen des Gelenks,
- Kopfschmerzen, die mit der Funktion des Kausystems zusammenhängen.
Mehrere dieser Befunde können gleichzeitig auftreten. Die Diagnose sollte deshalb nicht nur aus dem Begriff «CMD» bestehen, sondern möglichst genau beschreiben, welche Struktur betroffen ist.
Welche Ursachen haben Kiefergelenkbeschwerden?
Häufig lässt sich nicht eine einzige Ursache feststellen. Meist wirken mehrere körperliche und funktionelle Faktoren zusammen.
Mögliche Auslöser oder begünstigende Faktoren sind:
- Zähnepressen oder Zähneknirschen,
- dauerhaft angespannte Kaumuskulatur,
- häufiges Kaugummikauen oder andere belastende Gewohnheiten,
- sehr weites oder plötzliches Öffnen des Mundes,
- ein Unfall oder Schlag gegen den Unterkiefer,
- Entzündungen oder degenerative Gelenkveränderungen,
- eine Überbeweglichkeit der Gelenke,
- psychische Belastung, Stress und gestörter Schlaf,
- andere chronische Schmerz- oder Kopfschmerzerkrankungen.
Die Vorstellung, dass Kiefergelenkbeschwerden grundsätzlich durch einen «falschen Biss» entstehen, ist zu einfach. Veränderungen des Zusammenbisses können bei einzelnen Patientinnen und Patienten relevant sein, erklären die Beschwerden aber häufig nicht allein.
Dauerhafte Eingriffe an gesunden Zähnen sollten deshalb nicht ohne klare Diagnose und nachvollziehbare medizinische Begründung durchgeführt werden.
Was ist der Unterschied zwischen Muskel- und Gelenkschmerzen?
Schmerzen der Kaumuskulatur und Schmerzen des Kiefergelenks können sich ähnlich anfühlen, werden aber teilweise unterschiedlich behandelt.
Muskuläre Beschwerden zeigen sich häufig als:
- dumpfe Schmerzen an Wange oder Schläfe,
- Druckempfindlichkeit der Kaumuskeln,
- morgendliche Muskelmüdigkeit,
- Beschwerden nach längerem Kauen oder Pressen,
- Ausstrahlung in Kopf, Gesicht oder Hals.
Gelenkbezogene Beschwerden können sich äussern durch:
- klar lokalisierbare Schmerzen vor dem Ohr,
- Schmerzen bei Mundöffnung oder Seitwärtsbewegung,
- Knacken, Reiben oder Gelenkgeräusche,
- Blockierungen oder eine eingeschränkte Mundöffnung,
- eine plötzliche Veränderung der Unterkieferbewegung.
Da Muskel- und Gelenkbeschwerden gleichzeitig auftreten können, ist eine gezielte klinische Untersuchung notwendig.
Wie läuft die Kiefergelenkdiagnostik ab?
Am Anfang steht ein ausführliches Gespräch. Dabei erfassen wir:
- Art und genaue Lage der Schmerzen,
- Beginn und bisherige Entwicklung der Beschwerden,
- auslösende und lindernde Faktoren,
- Blockierungen oder Bewegungseinschränkungen,
- Unfälle oder frühere Behandlungen,
- Zähnepressen und Zähneknirschen,
- Kopf-, Nacken- und andere Schmerzerkrankungen,
- Schlaf, Stress und mögliche Belastungssituationen.
Anschliessend untersuchen wir die Kiefergelenke, die Kaumuskulatur und die Beweglichkeit des Unterkiefers.
Zur klinischen Untersuchung können gehören:
- Messung der Mundöffnung,
- Beurteilung von Seitwärts- und Vorschubbewegungen,
- Beobachtung des Bewegungsweges beim Öffnen und Schliessen,
- Abtasten der Kiefergelenke und Kaumuskulatur,
- Prüfung, ob bekannte Schmerzen reproduziert werden können,
- Beurteilung von Gelenkgeräuschen,
- Kontrolle von Zähnen, Zahnhalteapparat und Zusammenbiss,
- Suche nach anderen möglichen Ursachen im Zahn-, Mund- und Kieferbereich.
Je nach Beschwerdebild können standardisierte Fragebögen helfen, Schmerzintensität, Funktionsbeeinträchtigung und mögliche begleitende Belastungsfaktoren systematisch zu erfassen.
Wann ist eine Röntgenaufnahme notwendig?
Nicht bei jeder Kiefergelenkbeschwerde ist sofort eine bildgebende Untersuchung notwendig. Viele muskuläre und funktionelle Beschwerden können zunächst anhand der Krankengeschichte und der klinischen Untersuchung eingeordnet werden.
Eine Röntgenaufnahme kann sinnvoll sein, wenn:
- knöcherne Veränderungen vermutet werden,
- die Beschwerden nach einem Unfall aufgetreten sind,
- eine deutliche Bewegungseinschränkung besteht,
- der Zusammenbiss sich plötzlich verändert hat,
- eine Entzündung, Arthrose oder andere Gelenkerkrankung abgeklärt werden soll,
- andere Erkrankungen im Zahn- und Kieferbereich ausgeschlossen werden müssen.
Welche Aufnahme geeignet ist, richtet sich nach der konkreten Fragestellung.
Was zeigt eine DVT-Aufnahme des Kiefergelenks?
Die digitale Volumentomografie – kurz DVT – stellt vor allem die knöchernen Strukturen des Kiefergelenks dreidimensional dar.
Sie kann unter anderem Informationen liefern über:
- Form und Oberfläche des Gelenkkopfes,
- knöcherne Veränderungen bei Arthrose,
- Frakturen und andere Verletzungen,
- Asymmetrien und Formveränderungen,
- freie knöcherne Gelenkkörper,
- komplexe anatomische Verhältnisse.
Eine DVT zeigt die Gelenkscheibe und andere Weichgewebe nur eingeschränkt. Sie wird deshalb nicht routinemässig bei jedem Knacken oder jeder muskulären Verspannung durchgeführt.
Wann ist eine Magnetresonanztomografie sinnvoll?
Die Magnetresonanztomografie – kurz MRT – kann die Gelenkscheibe, die Gelenkkapsel, Flüssigkeitsansammlungen und andere Weichgewebe darstellen. Die Untersuchung selbst erfolgt in einem radiologischen Institut; die Befunde besprechen wir anschliessend gemeinsam mit Ihnen.
Eine MRT-Untersuchung kann sinnvoll sein bei:
- anhaltender oder wiederkehrender Gelenkblockierung,
- Verdacht auf eine Verlagerung der Gelenkscheibe,
- unklaren Gelenkschmerzen,
- deutlich eingeschränkter Mundöffnung,
- Verdacht auf entzündliche Veränderungen,
- geplanter invasiver Behandlung des Gelenks.
Die Entscheidung für eine MRT-Aufnahme richtet sich danach, ob das Ergebnis die Diagnose oder das weitere Vorgehen voraussichtlich verändert.
Welche anderen Ursachen müssen ausgeschlossen werden?
Schmerzen im Bereich von Kiefer, Ohr, Schläfe oder Gesicht können unterschiedliche Ursachen haben. Vor der Diagnose einer Kiefergelenkerkrankung müssen abhängig vom Beschwerdebild andere Erkrankungen berücksichtigt werden.
Dazu gehören unter anderem:
- Entzündungen an Zähnen oder Zahnwurzeln,
- Parodontitis oder andere Erkrankungen des Zahnhalteapparates,
- Erkrankungen der Kieferhöhle,
- neuralgische und neuropathische Schmerzen,
- Migräne und andere Kopfschmerzerkrankungen,
- Erkrankungen des Ohres,
- rheumatische oder entzündliche Gelenkerkrankungen,
- seltene Veränderungen im Kieferknochen oder Gelenkbereich.
Bei unklaren oder komplexen Beschwerden kann eine Zusammenarbeit mit Hausärzten, Physiotherapie, Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Neurologie, Rheumatologie, Schmerzmedizin oder anderen Fachrichtungen notwendig sein.
Wie werden Kiefergelenkbeschwerden behandelt?
Die Behandlung richtet sich nach der konkreten Diagnose und der Stärke der Beschwerden. In den meisten Fällen beginnen wir mit möglichst einfachen, schonenden und reversiblen Massnahmen.
Mögliche Bestandteile sind:
- verständliche Aufklärung über Diagnose und Auslöser,
- vorübergehende Anpassung der Belastung,
- Selbstübungen und Verhaltensänderungen,
- Wärme- oder Kälteanwendung,
- Physiotherapie und manuelle Behandlung,
- eine individuell angefertigte Aufbissschiene,
- zeitlich begrenzte medikamentöse Behandlung,
- Behandlung von Zähnepressen und belastenden Gewohnheiten,
- bei entsprechender Indikation die Zuweisung an eine spezialisierte Klinik.
Dauerhafte Veränderungen an Zähnen, Biss oder Kiefergelenk stehen normalerweise nicht am Anfang der Behandlung.
Was kann ich selbst gegen Kiefergelenkschmerzen tun?
Bei vielen akuten Beschwerden kann eine vorübergehende Entlastung helfen.
Abhängig von der Diagnose können folgende Massnahmen sinnvoll sein:
- harte oder sehr zähe Lebensmittel vorübergehend vermeiden,
- nicht dauerhaft nur auf einer Seite kauen,
- Kaugummikauen reduzieren oder pausieren,
- sehr weites Gähnen und extremes Mundöffnen vermeiden,
- Zähne in Ruhe nicht aufeinanderpressen,
- Kaumuskeln bewusst entspannen,
- Wärme bei muskulären Verspannungen anwenden,
- verordnete Bewegungsübungen regelmässig durchführen,
- Schlaf und allgemeine Belastungssituationen berücksichtigen.
Eine dauerhafte vollständige Schonung des Unterkiefers ist normalerweise nicht das Ziel. Der Unterkiefer soll kontrolliert und möglichst schmerzarm bewegt werden.
Hilft Physiotherapie bei Kiefergelenkbeschwerden?
Physiotherapie kann besonders bei muskulären Beschwerden, eingeschränkter Beweglichkeit und funktionellen Störungen sinnvoll sein.
Mögliche Behandlungselemente sind:
- manuelle Behandlung der Kaumuskulatur,
- Mobilisation des Kiefergelenks,
- kontrollierte Bewegungs- und Dehnübungen,
- Training einer gleichmässigen Mundöffnung,
- Behandlung begleitender Beschwerden im Hals- und Nackenbereich,
- Anleitung zu selbstständig durchführbaren Übungen.
Die Physiotherapie sollte auf die konkrete Diagnose abgestimmt sein. Nicht jede Übung eignet sich für jede Form der Gelenkstörung.
Wann ist eine Aufbissschiene sinnvoll?
Eine individuell angefertigte Aufbissschiene kann bei bestimmten Muskel- und Gelenkbeschwerden oder bei Zähnepressen und Zähneknirschen eingesetzt werden.
Eine Schiene kann dazu dienen:
- Zähne vor übermässigem Abrieb zu schützen,
- die Belastung gleichmässiger zu verteilen,
- belastende Kontakte vorübergehend zu reduzieren,
- das Bewusstsein für Pressen und Knirschen zu verbessern,
- andere konservative Behandlungen zu unterstützen.
Eine Schiene beseitigt nicht automatisch die Ursache aller Kiefergelenkbeschwerden. Sie sollte regelmässig kontrolliert und nicht so gestaltet werden, dass sie den Biss dauerhaft und unbeabsichtigt verändert.
Falls eine Schiene Schmerzen verstärkt, neue Beschwerden verursacht oder der Zusammenbiss nach dem Herausnehmen verändert bleibt, sollte sie überprüft werden.
Was kann gegen Zähnepressen und Zähneknirschen getan werden?
Zähnepressen und Zähneknirschen werden unter dem Begriff Bruxismus zusammengefasst. Sie können im Wachzustand oder während des Schlafes auftreten.
Die Behandlung richtet sich danach, ob hauptsächlich Zahnschäden, Muskelbeschwerden, Schlafbruxismus oder unbewusstes Pressen am Tag im Vordergrund stehen.
Mögliche Massnahmen sind:
- Aufklärung über das Pressverhalten,
- bewusstes Entspannen der Kaumuskulatur im Alltag,
- Reduktion belastender Gewohnheiten,
- eine Schutzschiene bei gefährdeter Zahnsubstanz,
- Physiotherapie bei muskulären Beschwerden,
- Abklärung von Schlaf, Medikamenten und begleitenden Faktoren,
- bei ausgewählten Situationen eine weiterführende medizinische Behandlung.
Bruxismus lässt sich nicht immer vollständig verhindern. Häufig besteht das Ziel darin, Beschwerden und Folgeschäden zu reduzieren.
Welche Medikamente können eingesetzt werden?
Bei akuten Schmerzen kann abhängig von Vorerkrankungen und eingenommenen Medikamenten eine zeitlich begrenzte Schmerz- oder Entzündungsbehandlung sinnvoll sein.
Medikamente sollten nicht isoliert, sondern als Teil eines Gesamtkonzeptes eingesetzt werden. Bei länger bestehenden Beschwerden muss besonders sorgfältig zwischen akuten Entzündungen, muskulären Schmerzen und chronischen Schmerzmechanismen unterschieden werden.
Welche Medikamente geeignet sind, wird individuell beurteilt. Eine längerfristige Einnahme ohne erneute Kontrolle sollte vermieden werden.
Was ist eine Diskusverlagerung?
Zwischen Gelenkkopf und Schädelbasis liegt eine bewegliche Gelenkscheibe, der sogenannte Diskus. Sie unterstützt die gleichmässige Bewegung des Unterkiefers.
Bei einer Diskusverlagerung befindet sich die Gelenkscheibe zeitweise oder dauerhaft ausserhalb ihrer üblichen Position.
Man unterscheidet vereinfacht:
- Diskusverlagerung mit Reposition: Die Gelenkscheibe gleitet bei der Bewegung wieder in ihre Position. Dabei kann ein Knacken entstehen.
- Diskusverlagerung ohne Reposition: Die Gelenkscheibe gleitet nicht mehr vollständig zurück. Dadurch kann die Mundöffnung plötzlich eingeschränkt sein.
Eine Diskusverlagerung muss nicht automatisch operiert werden. Entscheidend sind Schmerzen, Funktionsverlust, Dauer der Beschwerden und der klinische Verlauf.
Was bedeutet eine Kiefergelenkblockade?
Bei einer Kiefergelenkblockade lässt sich der Unterkiefer zeitweise nicht normal öffnen oder schliessen.
Eine eingeschränkte Mundöffnung kann unter anderem entstehen durch:
- eine Diskusverlagerung ohne Reposition,
- starke muskuläre Anspannung,
- eine Entzündung des Gelenks,
- Verklebungen oder Veränderungen innerhalb des Gelenks,
- eine Verletzung oder Fraktur,
- eine Infektion im Zahn-, Mund- oder Kieferbereich.
Eine neu aufgetretene deutliche Bewegungseinschränkung sollte zeitnah untersucht werden. Je nach Ursache können kontrollierte Mobilisation, Physiotherapie, Medikamente oder weitere Behandlungen notwendig sein.
Was ist eine Kiefergelenkluxation?
Bei einer Kiefergelenkluxation springt der Gelenkkopf vor die Gelenkbahn und kann nicht selbstständig in seine normale Position zurückkehren. Der Mund bleibt typischerweise offen und kann nicht mehr vollständig geschlossen werden.
Eine solche Situation benötigt eine rasche fachliche Behandlung. Das Gelenk wird durch ein geeignetes Manöver wieder in seine Position geführt.
Bei wiederkehrenden Luxationen müssen mögliche Ursachen wie eine ausgeprägte Überbeweglichkeit, anatomische Faktoren, bestimmte Medikamente oder neurologische Erkrankungen berücksichtigt werden.
Was ist eine Kiefergelenkspülung?
Eine Kiefergelenkspülung wird auch Arthrozentese genannt. Dabei wird der Gelenkraum über feine Kanülen mit steriler Flüssigkeit gespült. Ziel ist es, entzündungsfördernde Bestandteile auszuschwemmen, kleine Verklebungen zu lösen und die Beweglichkeit zu verbessern.
Dieser Eingriff wird in unserer Praxis nicht durchgeführt. Wir beurteilen jedoch, ob eine solche Behandlung im Einzelfall infrage kommt, und weisen Sie bei entsprechender Indikation an eine spezialisierte Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie weiter.
Eine Arthrozentese ist keine Standardbehandlung für jedes Gelenkknacken. Sie kommt erst nach klarer Diagnose und Ausschöpfung der konservativen Möglichkeiten infrage.
Wann ist eine Operation am Kiefergelenk notwendig?
Eine offene Operation am Kiefergelenk ist nur selten erforderlich. Sie kommt insbesondere bei klaren strukturellen Erkrankungen und schweren Beschwerden infrage, wenn einfachere und weniger invasive Behandlungen nicht ausreichend helfen.
Mögliche Situationen sind:
- ausgeprägte knöcherne Gelenkzerstörung,
- Ankylose mit stark eingeschränkter Beweglichkeit,
- bestimmte Frakturen oder Verletzungsfolgen,
- Tumoren oder andere seltene Veränderungen,
- schwere, anderweitig nicht beherrschbare Funktionsstörungen.
Solche Eingriffe erfolgen in einer Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie. Wir übernehmen die vorgängige Abklärung, besprechen mit Ihnen die Befunde und organisieren die Zuweisung.
Wie lange dauert die Behandlung?
Die Dauer hängt von Ursache, Beschwerdedauer und individuellem Verlauf ab.
Akute muskuläre Überlastungen können sich unter Entlastung und einfachen Massnahmen relativ rasch bessern. Länger bestehende Schmerzen, wiederkehrende Blockierungen oder chronische Schmerzerkrankungen benötigen häufig ein stufenweises Behandlungskonzept.
Das Ziel ist nicht immer, jedes Gelenkgeräusch vollständig zu beseitigen. Im Vordergrund stehen:
- Schmerzreduktion,
- Verbesserung der Mundöffnung,
- Wiederherstellung einer sicheren Kaufunktion,
- Reduktion belastender Gewohnheiten,
- Vermeidung unnötiger dauerhafter Eingriffe.
Wann sollte ich Kiefergelenkbeschwerden untersuchen lassen?
Eine Abklärung ist besonders sinnvoll bei:
- anhaltenden oder zunehmenden Schmerzen,
- einer deutlich eingeschränkten Mundöffnung,
- wiederkehrenden Blockierungen,
- schmerzhaftem Knacken oder Reiben,
- einer plötzlichen Veränderung des Zusammenbisses,
- Beschwerden nach einem Unfall,
- Schwellung, Fieber oder deutlichem Krankheitsgefühl,
- Beschwerden, die trotz bisheriger Behandlung nicht zurückgehen.
Eine rasche medizinische Beurteilung ist notwendig, wenn der Mund plötzlich nicht mehr geschlossen werden kann, eine starke Schwellung auftritt oder die Beschwerden mit Atem- oder Schluckproblemen verbunden sind.
Benötige ich eine Überweisung?
Sie können sich direkt an unsere Praxis für Oralchirurgie in Uster wenden oder durch Ihre Zahnärztin, Ihren Zahnarzt, Ihre Hausarztpraxis oder eine andere Fachperson überwiesen werden.
Vorhandene Röntgenbilder, Arztberichte, frühere Schienen und eine Liste der regelmässig eingenommenen Medikamente können für die Beurteilung hilfreich sein.
Bei komplexen Beschwerden stimmen wir die weitere Diagnostik und Behandlung bei Bedarf mit den bereits beteiligten Fachpersonen ab.
Was kostet eine Kiefergelenkdiagnostik?
Die Kosten hängen vom Umfang der notwendigen Untersuchung und Diagnostik ab.
Einfluss auf den Aufwand haben unter anderem:
- Dauer und Komplexität der Beschwerden,
- klinische Funktionsuntersuchung,
- notwendige Röntgen- oder DVT-Diagnostik,
- externe MRT-Untersuchung,
- Anfertigung einer individuellen Aufbissschiene,
- notwendige Kontroll- und Anpassungstermine.
Nach der ersten Untersuchung erläutern wir Ihnen die Befunde, die empfohlenen Behandlungsschritte und die voraussichtlichen Kosten.
Kiefergelenkdiagnostik beim Fachzahnarzt für Oralchirurgie in Uster
Eine erfolgreiche Kiefergelenkbehandlung beginnt mit einer klaren Diagnose und nicht mit einer vorschnellen Veränderung des Bisses.
In unserer Praxis für Oralchirurgie in Uster beurteilt Dr. med. dent. Sebastian Weissfuss als Fachzahnarzt für Oralchirurgie Beschwerden der Kiefergelenke und der Kaumuskulatur. Wir verbinden eine strukturierte klinische Untersuchung mit gezielt eingesetzter Bildgebung und einem möglichst schonenden, stufenweisen Behandlungskonzept. Ist eine weiterführende invasive Behandlung notwendig, klären wir dies vorgängig ab und organisieren die Zuweisung an eine spezialisierte Klinik.
Wir behandeln Patientinnen und Patienten aus Uster, dem Zürcher Oberland und der weiteren Region – direkt oder in Zusammenarbeit mit der zuweisenden Zahnarzt- oder Arztpraxis.
oder anrufen: 044 940 70 60