Vor und nach dem Eingriff
Ein oralchirurgischer Eingriff verläuft in aller Regel unkompliziert, wenn Sie einige Punkte beachten. Die folgenden Hinweise geben Ihnen einen Überblick. Massgebend sind immer die persönlichen Anweisungen, die Sie von uns erhalten.
Vor dem Eingriff
Bitte informieren Sie uns vor der Behandlung über:
- alle Medikamente, die Sie einnehmen – insbesondere Blutverdünner,
- bekannte Allergien und Unverträglichkeiten,
- bestehende Erkrankungen, etwa des Herz-Kreislauf-Systems oder Diabetes,
- eine Schwangerschaft oder Stillzeit,
- frühere Komplikationen bei zahnärztlichen oder chirurgischen Eingriffen.
Setzen Sie Medikamente niemals eigenständig ab. Ob und wie ein Präparat vor dem Eingriff angepasst werden muss, klären wir gemeinsam und bei Bedarf mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Essen Sie vor dem Termin normal, sofern wir nichts anderes vereinbart haben. Ein leerer Magen kann in Verbindung mit der Betäubung zu Kreislaufproblemen führen. Verzichten Sie am Tag des Eingriffs auf Alkohol und möglichst auch auf Nikotin.
Planen Sie ausreichend Zeit ein und kommen Sie nicht unter Zeitdruck. Bei umfangreicheren Eingriffen sowie bei einer Behandlung in Dämmerschlaf oder Narkose benötigen Sie eine Begleitperson und dürfen anschliessend nicht selbst Auto fahren.
Direkt nach dem Eingriff
Beissen Sie für etwa 30 Minuten leicht auf die eingelegte Kompresse. Danach kann sie entfernt werden. Eine leichte Blutbeimengung im Speichel ist in den ersten Stunden normal.
Kühlen Sie die Wange von aussen – am besten im Wechsel von etwa 20 Minuten Kühlen und 20 Minuten Pause. Legen Sie das Kühlelement nie direkt auf die Haut.
Solange die Betäubung wirkt, besteht die Gefahr, sich unbemerkt auf Lippe, Wange oder Zunge zu beissen. Warten Sie mit dem Essen, bis das Gefühl zurückgekehrt ist.
Nehmen Sie Schmerzmittel rechtzeitig ein, bevor die Betäubung vollständig nachlässt – und ausschliesslich die von uns empfohlenen Präparate. Acetylsalicylsäure ist ungeeignet, da sie die Blutung verstärken kann.
Die ersten Tage
- Schonen Sie sich und verzichten Sie auf Sport und körperliche Anstrengung.
- Vermeiden Sie Hitze: keine Sauna, kein heisses Bad, kein Sonnenbad.
- Schlafen Sie mit leicht erhöhtem Kopf.
- Essen Sie weiche, lauwarme Speisen und kauen Sie auf der gegenüberliegenden Seite.
- Verzichten Sie auf Alkohol, Kaffee und schwarzen Tee.
- Verzichten Sie möglichst auf Nikotin – Rauchen stört die Wundheilung erheblich.
- Spülen Sie den Mund in den ersten 24 Stunden nicht kräftig aus.
- Putzen Sie die übrigen Zähne normal weiter und sparen Sie die Wunde zunächst aus.
Wie verläuft die Wundheilung?
Die Wunde verschliesst sich innerhalb der ersten Tage durch ein Blutgerinnsel. Dieses Gerinnsel ist für die Heilung entscheidend und sollte nicht durch kräftiges Spülen, Saugen oder Herumtasten mit der Zunge gestört werden.
Schwellung und eingeschränkte Mundöffnung erreichen üblicherweise am zweiten oder dritten Tag ihren Höhepunkt und gehen danach zurück. Auch ein Bluterguss an Wange oder Hals kann auftreten und verfärbt sich im Verlauf – das ist unbedenklich.
Die Schleimhaut ist nach etwa ein bis zwei Wochen verschlossen. Der darunterliegende Knochen benötigt für den vollständigen Umbau deutlich länger, meist mehrere Monate. Diese Phase verläuft in der Regel beschwerdefrei.
Nachkontrolle und Nahtentfernung
Nach dem Eingriff vereinbaren wir mit Ihnen einen Kontrolltermin. Verwendete Nähte werden dabei in der Regel nach etwa sieben bis zehn Tagen entfernt. Die Nahtentfernung ist kurz und normalerweise nicht schmerzhaft.
Nehmen Sie den Kontrolltermin auch dann wahr, wenn Sie beschwerdefrei sind. So lässt sich beurteilen, ob die Wunde regelrecht verheilt.
Wann sollten Sie uns kontaktieren?
Melden Sie sich bei uns, wenn:
- eine Blutung nicht innerhalb kurzer Zeit durch Aufbeissen auf eine Kompresse steht,
- die Schmerzen ab dem dritten oder vierten Tag wieder zunehmen statt abzuklingen,
- die Schwellung nach dem dritten Tag weiter wächst,
- Fieber, Schüttelfrost oder ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl auftreten,
- sich die Mundöffnung zunehmend verschlechtert,
- ein anhaltend schlechter Geschmack oder Eitergeschmack auftritt,
- ein Taubheitsgefühl an Lippe, Kinn oder Zunge über den erwarteten Zeitraum hinaus bestehen bleibt.
Bei starker, nicht stillbarer Blutung, Atemnot oder einer rasch zunehmenden Schwellung im Hals- und Mundbodenbereich handelt es sich um einen Notfall. Rufen Sie in diesem Fall unverzüglich an oder wählen Sie 144.